Foto: Antje Feldner

Andreas Pein neu gewählter Ortsbürgermeister in der Ortsgemeinde Eppenbrunn

Eppenbrunn. Mit dem neu gewählten Ortsbürgermeister Andreas Pein zeichnet erstmals ein SPD-Mann in der Gemeindeführung verantwortlich. Als Ortsbeigeordnete stehen ihm die beiden CDU-Ratsmitglieder Tom Heinemann und Marco Velten zur Seite.

Vor ungewohnt großer Zuhörerkulisse aus der Bürgerschaft leitete Ortsbürgermeister Thomas Iraschko bis zur Amtseinführung des Nachfolgers die konstituierende Gemeinderatssitzung im Haus des Gastes. Mit zu einer der letzten Amtshandlungen zählte die Verabschiedung der ausgeschiedenen Gemeinderäte Jürgen Palm (CDU, 15 Jahre davon eine Amtsperiode 2. Ortsbeigeordneter), Kurt Schmitt (CDU, fünf Jahre) und Markus Dreifus (CDU, ein Jahr als Nachrücker) und Verpflichtung der neuen Ratsmitglieder.

Vor Übergabe der Amtschlüssel an Andreas Pein ließ der Ortsbürgermeister seine 15jährige Amtszeit der Gemeindeführung im Raster Revue passieren. Er liste dabei auf was nicht zu erreichen war (neue Verwendung Pflegeheim Biedenkopf, Schullandheim und Tennishalle), was zwar geschafft, von der Bürgerschaft aber erst im Nachhinein akzeptiert wurde (Verkauf Heimatmuseum, Verkauf Bürgerhaus), dagegen schon eher akzeptiert wurde (Veräußerungen Schulhaus, heute Gewerbebetrieb und Ärztehaus, keine Änderung der Mietverhältnisse). Geschafft wurde (Renovierung der Pergola, die Richtungsweisende eingeführten Wiederkehrenden Beiträge, Ausbauten der Neudorfstraße und Himbaumstraße, Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED). Was direkt ansteht sind das neue Gemeindezentrum als Ersatz für das Haus des Gastes und der Straßenausbau Obere Haardtstraße.

Iraschko sprach von einer offener und fairer gewordenen Zusammenarbeit im Gemeinderat und Vorbesprechungen mit der SPD in harmonischer Atmosphäre. „Heute beginne eine neue Wahlperiode, erstmals mit einem SPD-Ortsbürgermeister“, so Iraschko. Nachfolger Andreas Pein wünschte er die Kraft und das Augenmaß für die kommenden Entscheidungen und deren Vorbereitung. Zu schnell erwartenden Wünschen und Erwartungen empfahl er dem neuen Ortsbürgermeister eine Linie anzuzeigen und beizubehalten, auch, wenn damit nicht alle zufrieden gestellt werden könnten. Für die Arbeit direkt an der Basis werde die Unterstützung im Gemeinderat und auch in der Bevölkerung gebraucht, so Iraschko, der hofft, dass dies auch eintreffe. Für ihn selbst endeten mit der Abschlussrede 25 Jahre Gemeinderatsarbeit und davon 15 Jahre als Ortsbürgermeister, eine Aufgabe der er für Eppenbrunn gerne diente. „Nun liegt es an euch“, so Iraschko, der für anstehende Aufgaben in der Luftkurgemeinde Glück und Erfolg wünschte. Der Ortsbürgermeister a.D. bringt sich künftig im Verbandsgemeinderat Pirmasens-Land ein.

Bürgermeisterin Silvia Seebach von der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land erwähnte zum Rückzug von Iraschko die während der Amtszeit mit Beharrlichkeit durchgesetzten Ziele und das gezeigte Verständnis gegenüber der Verwaltung. Erfreulich wertete sie, dass Iraschko im Boot der Verbandsgemeinde als Ratsmitglied weiter aktiv bleibt.

SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Petry, dankte Ortsbürgermeister Iraschko für die nicht immer leichte Arbeit, wo diesem, mal zu unrecht oder recht, auf die Füße getreten wurde, aber oftmals mehr von der SPD-Fraktion Unterstützung kam. Es sei vieles geleistet worden, was nach persönlicher Meinung von Petry im Dorf etwas mehr Anerkennung verdient hätte. Dass der stets kooperative Gesprächpartner Iraschko dem Verbandsgemeinderat erhalten bleibt, wertete Petry positiv.

CDU-Fraktionssprecher Alexander Kelsch dankte Iraschko für die gute Zusammenarbeit, wobei er die Unterstützung aus der eigenen CDU-Fraktion dahingestellt sah.

Andreas Pein, ehemals fünf Jahre SPD-Gemeinderatsmitglied, dankte seinem Amtsvorgänger und bestätigte, dass sich die geleistete Arbeit sehen lassen könne. Als Ortsbürgermeister regte Pein für die künftige Ratsarbeit an bei Entscheidungen sachlich und fachlich zu bleiben, ohne Geplänkel. Ziele voran zu bringen habe die Gemeinde Eppenbrunn verdient, um wieder eine Infrastruktur zu haben und die Bürgerschaft sich wohl fühlen könne. Bürgernähe und das Miteinander hält Pein für den Zusammenhalt im Dorf wichtig und appellierte nicht übereinander, sondern miteinander zu reden. Auf den neuen Gemeinderat sieht er viele Entscheidungen zukommen, was nicht vergessen werden sollte. Er wolle für alles offen und als Ortsbürgermeister Ansprechpartner sein, unterstrich der neue Ehrenbeamte Pein.

Als SPD-Fraktionssprecher fand Petry das Wort Machtverhältnis unpassend und äußerte den Wunsch mit SPD-Ratsfrau Anja Weber die zweite Ortsbeigeordnete zu stellen. Kelsch gab für die CDU-Fraktion bekannt, dass sich für Tom Heinemann als ersten Ortsbeigeordneten und Marco Velten als zweiten Ortsbeigeordneten entschieden wurde. Unter Vorsitz von Ortsbürgermeister Pein erfolgte nach einer von der SPD-Fraktion beantragten Sitzungsunterbrechung die Wahl der Ortsbeigeordneten.

Bei der geheimen Wahl durch die 14 anwesenden Ratsmitglieder, entfielen auf den ersten Ortsbeigeordneten Tom Heinemann acht Jastimmen, eine Neinstimme. Heinemann dankte für seine Wahl und erwähnte die vielen wartenden Aufgaben mit dem aufmunternden Hinweis „Mer schaffe des“.  Das neue Ratsmitglied Marco Velten erhielt als zweiter Ortsbeigeordneter acht Jastimmen. Auf Ratsfrau Anja Weber entfielen sechs Jastimmen.

Heinemann trat die Nachfolge von Beigeordnetem, CDU-Ratsmitglied Bernd Weiß an, der wegen beruflicher Veränderung nicht mehr zur Verfügung stand und aus ebenfalls zeitlichen Gründen nicht als Ortsbürgermeister kandidierte. Weiß war zehn Jahre Ortsbeigeordneter und ist seit 15 Jahren Ratsmitglied. Velten trat die Nachfolge von CDU-Ratsfrau Manuela Rinke an. Dem Gemeinderat gehören 16 Ratsmitglieder an davon neun CDU- Fraktion und sieben SPD-Fraktion.

Geschlossen legte der Gemeinderat die Zahl der Mitglieder für den Rechnungsprüfungsausschuss und deren Besetzung fest. Dem Ausschuss gehören die CDU-Ratsmitglieder Klaus Goedel und Frank Dzemski sowie SPD-Ratsfrau Margit Heimgartner an.    

             

 

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