Foto: Lothar Feldner

Kommunale Glückwünsche zum 20jährigen Bestehen der „Landbühne“

Wie sich`s für einen Theaterverein gebührt, feierte die Landbühne im Festzelt des Vereinslokals „Zum Käpt`n“ ihr 20jähriges Bestehen nicht nur mit Reden, sondern auch mit lachmuskelreizenden Sketchen. 

Damit gelang es auch bestens, an die alljährlichen Aufführungen anzuknüpfen, die sich jeweils einem vom Vorsitzenden und Regisseur Lothar Schieberle selbstgeschriebenen Dreiakter-Lustspiel widmen.

            Das begann bereits bei der Festrede, die der 2. Vorsitzende Hans Baumeister nach der Begrüßung aller Gäste ankündigte. Der stotternde Feuerwehrhauptmann Horst Schnellrich alias Hans Kahle, gut bekannt aus der jüngsten Landbühne-Komödie „Das Jubiläum“, stürzte ans Mikro und verlangte vehement, die Festrede zu halten. Immer wieder gebremst wurde er dabei von Schulleiter Thädäus Witzig, gemimt von Volker Teuscher, und weiteren Akteuren der Aufführung 2018. Schließlich zog er sich dann zurück und Vereinsvorsitzender Lothar Schieberle konnte ans Werk gehen, um einen Blick auf die Geschichte seines Vereins zu werfen, eine Historie, die mit einigen Jahren Fastnachtsauftritten begann und nach dem Vorschlag von Hans Kahle: „Wir könnten ja auch einmal Theater spielen.“ Vor 20 Jahren zu einem ersten Vorhaben führte.

            Mit bescheidenem Aufwand, was Bühne, Kulissen, Beleuchtung und Beschallung betrifft, führten die Aktiven das erste Stück auf. Schauplatz des Geschehens war damals der Schießstand des örtlichen Schützenvereins. Das Debüt wurde ein voller Erfolg, gab Auftrieb und brachte erste Auswärtsvorstellungen mit sich. Dazu brauchte man eine transportable Bühne, die vom heutigen Ehrenmitglied und immer noch Bühnenaktiven Hermann Feix unter tatkräftiger Mithilfe aller andern hergestellt wurde. Transportiert wurde alles mit einem Lastwagen. Weitere Anfragen und Spielorte folgten im Laufe der Jahre und brachten schließlich bis zu 13 Aufführungen in einer Spielsaison mit sich. Ein eigener Theaterwagen wurde angekauft und umgebaut. Fahrer desselben ist von Anfang an der 2. Vorsitzende und ebenfalls Bühnenaktive Hans Baumeister.

            Zudem spielte es sich ein, dass Lothar Schieberle die weiteren Stücke selbst schrieb und damit in der Lage war, die Rollen jedem Mitwirkenden sozusagen auf den Leib zu schreiben. 38 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Davon sind 15 auf der Bühne aktiv. Alle erzielten Gewinne werden in den Verein, aber auch in Spenden investiert. Zudem unterstützt die Landbühne jedes Jahr auch den Förderverein des Protestantischen Kindergarten, indem man ihm die Bewirtung bei den beiden Vorstellungen im Heimatort überlässt. Nach wie vor ist erklärtes Ziel, einen kulturellen Beitrag zu leisten und den Zuschauern Spaß und Freude zu bereiten, so Schieberle. Jedes Stück stellt ein Spiegelbild des echten Lebens dar, und zwar meist so, wie es in der Vergangenheit ablief. Eine Einstudierung ist jeweils mit viel Zeitaufwand und Arbeit verbunden, insbesonders was die Proben betrifft. Diese klappen immer noch reibungslos, und zwar, so der Vorsitzende, weil nach wie vor ein ausgezeichneter Zusammenhalt zwischen allen Beteiligten verzeichnet werden kann.

            Mit einer Anekdote beendete Schieberle schließlich seinen Blick in die Vereinsgeschichte. Bei der Aufführung eines Bauernstücks im Dorfgemeinschaftshaus mussten wegen der starken Hitze die Fenster geöffnet werden. Damit konnte aber nicht nur frische Luft, sondern auch der Stallgeruch des nahen Bauernhofs einziehen. Der Regisseur rechnete mit nachfolgender Kritik aus der Zuschauerschar, wurde jedoch eines Besseren belehrt. Etliche Auswärtige kamen auf ihn zu und wollten von ihm wissen, wie es der Theatergruppe gelungen war, die Bauernatmosphäre auf der Bühne sogar mit echtem Stallgeruch realistisch zu machen.

            Das erste Grußwort nach der Rede von Lothar Schieberle sprach die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land, Silvia Seebach. Von der „Landbühne“ sprach sie als einem „kleinen, aber sehr feinen Verein“, der es bei seinen Aufführungen fertig bringe, „vieles aus dem Leben darzustellen“, meist überzeichnet, doch sehr treffend. Das mache den Menschen Freude, stimme sie aber gelegentlich auch nachdenklich. Für die Akteure bedeute dies immer wieder viel Arbeit, bringe aber auf jeden Fall eine Bereicherung des kulturellen Lebens in der Verbandsgemeinde. Auch Ortsbürgermeister Helmut Schmitt bestätigte den Landbühnen-Aktiven „viel Idealismus“ und forderte auf: „Machen Sie weiter so! Bleiben sie bei der Stange!“ Weitere Grußworte und Präsente in Kuwert-Form gab es durch Vertreter örtlicher Vereine, aber auch auswärtiger Auftrittsveranstalter, so aus Trulben und Petersberg.

            Ein weiterer Sketch lockerte anschließend den Ablauf erneut auf. Volker Teuscher und Nicole Willkomm spielten ein Ehepaar im morgendlichen Gespräch. Sie benutzt ständig falsche Fremdwörter und er muss sie immer wieder korrigieren. Anschließend sang Manfred Rinner ein mehrstrophiges Lied, in dem er über sein Verhältnis zur Ehefrau aufklärte. Jede Strophe endete mit dem Vers „Ich habe soviel Angst vor meiner Frau!“

            Den Schlusspunkt des offiziellen Teils setzte dann Lothar Schieberle, zusammen mit Bürgermeisterin Silvia Seebach, indem er sieben Vereinsaktive jeweils eine Ehrenurkunde für besondere Verdienste um den Verein überreichte. Im einzelnen waren dies Nicole Willkomm, Marion Noll, Andrea Schimmel, Germania Schlachter, Christine Brehmer, Volker Teuscher und Wolfgang Noll. 

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