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Chronik der Ortsgemeinde Obersimten

Festschrift zum 250 jährigen Jubiläum

Die Geschichte Obersimtens
 
Die Gemeinde Obersimten kann im Jahr 1991 ein denkwürdiges Ereignis feiern: Den 250. Jahrestag der Gründung und erstmaligen Erwähnung amtlicherseits. Die Geschichte der Gemeinde Simten, deren Ortsteil Obersimten bis zum 8.6.1969 war, geht jedoch weit über das Jahr 1741 hinaus. Bereits im 11. Jahrhundert wurde der Name "Sympeton" erwähnt, was einer keltischen Schöpfstelle entsprach. Die Geschichte schreibt jedoch auch den Namen "Sobebetten". Beide Namen dürften nach heutiger Erkenntnis stimmen, denn es ist anzunehmen, dass Simten damals aus zwei Ansiedlungen bestand. Der älteste Fund, der auf eine Ansiedlung in Niedersimten schließen läßt, ist das beim Bau des alten Tanzsaales Mayer in der Finsterbach ausgegrabene irdische Geschirr. In dem Geschirr fand man Frauenhaar und Silbermünzen. Die Münzen trugen die Aufschrift "Philippus Rex 1314". Über den Verbleib dieser Münzen gibt es leider keinen Anhaltspunkt mehr. Die eingeprägte Jahreszahl beweist allerdings auch nicht, das damals hier eine Ansiedlung war, denn Münzen können auch erst später hierher gebracht worden sein. Merkwürdig ist aber, dass am Alten Kellerfelsen auch die Jahreszahl 1413 gestanden haben soll und zwar links vom Eingang in der Höhlung, geschrieben in römischen Ziffern.

 
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Heute ist die Zahl verwittert und nicht mehr lesbar. Der genaue Tag der Gründung und Besiedelung von Simten kann also nicht mit genauer Sicherheit bestimmt werden. Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass die Gemeinde Obersimten aus dem Ort "Sympeton" oder "Sobebetten" hervorging. Wenn wir jedoch etwas weiter in die Geschichte schauen, können wir sogar um das Jahr 740 im Benediktinerkloster Hornbach den Namen "Zumeton" finden. Pirminius, vermutlich vom Bischoff von Metz beauftragt, übernahm die Missionierung der Gegend zwischen Blies und dem Waldgebirge bei dem heutigen Pirmasens. Er ließ sich in Gamundias, dem heutigen Hornbach, nieder und besuchte zunächst die schon bestehenden kleinen Siedlungen Galespuras (Walschbronn), Zumeton (Simten), Vinningen und Trulben im äußersten Osten der Diözese Metz. Er sah, dass die Bewohner wohl Christen waren, doch war ihr Glaube durch heidnische Sitten und Gebräuche sehr verunstaltet. Im 17. und 18. Jahrhundert gehörte Simten zu der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, und zwar zum Amt Lemberg. Simten gehörte wie die übrigen Orte der Hackmesserseite zum Schultheisenamt Vinningen (Büttelei Vinningen).

 
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Durch den Vertrag von Nancy waren Schloß und Herrschaft Lemberg endgültig in den Besitz der Grafen von Hanau-Lichtenberg gekommen. Von nun an gab es das "Reichsamt Lemberg". Das Amt Lemberg wurde auch das "Hanauische" genannt, die Grafschaft Hanau-Lichtenberg setzte sich aus drei räumlich getrennten Gebietsstellen zusammen und zwar: Aus den 10 Ämtern im Elsas, dem Hanauer Land sowie dem oberrheinischen Kreis mit dem Zweibrücker Erbland und dem Amt Lemberg, zu dem auch die Büttelei Vinningen mit den Orten Simten, Riedelberg, Staustein und Ransporn gehörten. Letzter Spross des Geschlechtes derer von Hanau-Lichtenberg war Graf Johann Reinhard III. (1685 - 1736). Graf Reinhard III. war ein großer Freund der Jagd, die wildreichen Wälder im Amt Lemberg waren ein bevorzugtes Jagdrevier. Zum bequemen Aufenthalt ließ sich der Graf 1725 von dem Tiroler Baumeister Leonhard Jennewein am Nordausgang von Pirmasens ein geräumiges Jagdschloss bauen. Dieser Umstand sollte später Pirmasens zum Vorteil gereichen, denn sein Nachfolger Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt nahm seinen Wohnsitz in diesem Jagdschloss.

 
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Johann Reinhard III. hatte nur eine Tochter namens Charlotte Christine, die er 1717 mit dem Erbprinzen Ludwig III. von Hessen-Darmstadt verheiratete. Diese Ehe war jedoch nur von kurzer Dauer, denn die Gräfin Charlotte verstarb bereits 1726. Daraufhin bestimmte Graf Reinhard den erstgeborenen Sohn seiner Tochter, Ludwig, zu seinem Nachfolger in der Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Sowohl das Hanauer- als auch das Lichtenberger Land waren seit 1680 durch die Reunionskammern des Franzosenkönigs Ludwig XIV. unter die Souveränität Frankreichs gekommen, und die Grafen von Hanau-Lichtenberg mussten den Treueeid (Lehnseid) schwören. Das ehemalige Reichslehen war somit ein Lehen Frankreichs geworden. Die Grafschaft wurde durch den französischen König auf die männlichen und weiblichen Nachkommen von Gräfin Charlotte übertragen, so dass nach dem Tod von Graf Johann Reinhard III. das Erbe an seinen Enkel Ludwig IX., den späteren Landgrafen von Pirmasens fiel. Nach der Übernahme der Regentschaft verlegte Ludwig IX. seine Residenz in das 1720 von seinem Großvater, Graf Johann Reinhard, erbaute Jagdschloss zu Pirmasens.

 
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Das Dorf Pirmasens zählte damals 18 einstöckige und 20 zweistöckige Häuser, die meist von Hirten und Köhlern bewohnt waren. Der Landgraf war ein Soldatenliebhaber. Da ihm in seinen elsässischen Landesteilen, die der französischen Oberhoheit unterworfen waren, rechtlich verboten war, Militär zu halten, legte er in Pirmasens den Grundstock für seine Garnison. Bekanntlich verfügte er nur in den Ämtern Lichtenau und Willstätt, gegenüber von Straßburg, und dem Amt Lemberg über die volle Landeshoheit. 1741 stellte er seine Leibgarde mit 46 Mann auf, die erste Kompanie des späteren Leibgardenregimentes, das 1759 bereits auf fünf Kompanien mit 755 Mann angewachsen war. 1784 waren es 1 576 (240 Offiziere und 1 336 Grenadiere). 1790 bestand die Garnison aus zwei Regimentern mit 2400 Mann. Sie waren durch Kauf und Werbung aus aller Welt angeworben: hochgewachsene Männer ("lange Kerls"), und setzten sich zusammen aus: angeworbenen Söldnern, die sich gegen hohes Handgeld anwerben ließen, Landeskindern, die im Amt Lemberg ausgehoben wurden, Landstreichern, Taugenichtsen, Zigeunern, verkümmerten Studenten, Einstehern, die um Entgelt für Dienstpflichtige dienten.

 
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Diese mussten an die Fürstenkanzlei 100 fl Kaution stellen. Für seine Grenadiere baute der Landgraf Kasernen, ein Exerzierhaus, ein Zeughaus, Ställe, Lazarette und Wachhäuser. Er gestattete seinen Soldaten zwar keine Kapitulationszeit, erlaubte ihnen aber das Heiraten, wodurch er sie an seine Garnison fesselte. Jeder Soldat konnte so lange dienen, wie es ihm möglich war, mindestens aber 6 Jahre. Invaliden erhielten einen Ehrensold und zählten zum Soldatenstand. Soldaten aus der näheren Umgebung von Pirmasens konnten in ihrer Freizeit in ihren Heimatorten ein Handwerk ausüben. Die steten Nöte um hinreichende Quartiere für die große Garnison sollte auch der Bau von "Grenadierhäuschen", kleine Häuser für besonders verdiente Soldaten, beheben, den er seit 1758 förderte. Jeder verheiratete Grenadier, der sich zu Pirmasens oder in einem Dorf im Amt Lemberg ein Haus bauen wollte, erhielt kostenlos Bauplatz, Bauholz und zwei Morgen Ödland, die er anroden konnte. So entstanden in Pirmasens rasch ganze Straßenzüge der kleinen Grenadierhäuser und auf den Dörfern die ein- und zweistöckigen Landgrafenhäuser, von denen viele heute noch erhalten sind und in denen auch Ställe für das Vieh nicht fehlten.

 
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Dieser Tatsache, der steten Nöte um hinreichende Quartiere, verdankt Obersimten seine Entstehung und erste urkundliche Erwähnung. Denn laut Überlieferung soll im Jahre 1740 der Simtener Berg vermessen worden sein. Im Jahr 1741 wurde durch einen der "langen Kerls", Soldat des Landgrafen Ludwig 1X., das erste Anwesen in der damaligen waldreichen Gegend auf dem Simtener Berg errichtet. Das heutige Obersimten hieß damals Neu-Simten, und der heutige Stadtteil von Pirmasens, Niedersimten, hieß Alt-Simten und später noch Thalsimten. Die ersten Siedler sollen den Namen Hauter getragen haben. Der Vorliebe des Landgrafen Ludwig IX. für stattliche Soldatenkompanien hatte es Alt- und Neu-Simten zu verdanken, dass an der Felsalb eine Mahlmühle gebaut wurde. Diese hatte neben einigen anderen Mühlen, wie die Katzenmühle sowie die Rehmühle, die Versorgung der hier lebenden Menschen mit Mehl zu sichern. Im Reigen dieser Mühlen ist für den Ort Obersimten in der Geschichte jedoch die Rehmühle zuerst zu nennen, denn zu dieser Mühle, die sich heute noch im Rehtal, südwestlich von Obersimten in Richtung Winzeln befindet, besteht schon seit der Gründung Obersimtens ein besonderes Verhältnis.

 
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Nach überliefertem Wortschatz waren die Obersimtener schon seit alters her ein schlaues Völkchen: Die Bevölkerung belud auf dem Simtener Berg einen Maulesel mit Getreide, der danach zur Rehmühle lief, von wo er anschließend wieder mit dem Mehl auf seinen Nachhauseweg auf den Simtener Berg geschickt wurde. Dies funktionierte so perfekt, dass dieses liebe Tier ganz alleine unterwegs war, und sobald das Tier auf der Rehmühle ankam, sagte der Müller: "De Owwersimder Maulesel is widder do!" So brachte das nützliche Tier den Einwohnern von Obersimten den zwischenzeitlich liebgewordenen Beinamen "die Obersimter Maulesel". Der Ortsteil Obersimten wuchs stetig; die Bevölkerung war in erster Linie landwirtschaftlich tätig. Die Gemeinsamkeiten mit Alt-Simten waren nicht allzu groß, denn bereits 1771/72 forderten die Obersimter die Loslösung von Niedersimten. Dieses Ansinnen wurde jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht ermöglicht. Es wurde damals allerdings eine Schule gebaut, als erster Lehrer ist am 30. Juni 1768 ein katholischer Winterschullehrer Jeremias erwähnt, der protestantisch werden wollte.

 
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Am 25. Januar 1776 führte Schuldiener Jakob Korb zu Alt-Simten Beschwerde wegen des Schadens, "den er durch die Errichtung einer neuen Schulstelle in Neusimten erleidet und bittet ihm denselben aus der Kirchenschaffnei zu ersetzen." Er erhält jährlich einen Malter Korn. Somit ist anscheinend die Schule in Obersimten Ende 1775 errichtet worden. Unter dem Datum des 26. Februar 1852 erhielt der Schullehrer Ludwig Walther von der Distriktschulinspektion eine ernstliche Verwarnung, weil er im Beisein des Bürgermeisters Hunsicker die wohlgemeinten und gutgemeinten Ermahnungen seines Lokalschulinspekteurs mit Unbesonnenheit, Unanständigkeit und Widerspenstigkeit annahm und somit ein trauriges Zeugnis ablegte. Dieser Lehrer überstand jedoch diese Verwarnung, er blieb bis ins Jahr 1871. Folgende Lehrer sollen anschließend in Obersimten ihren Dienst gemacht haben:
 
1871 Lehrer Schwebel
1901 Lehrer Saumann
1877 Lehrer Louis Conig
1908 Lehrer Neumayer
1879 Unterimsverweser Becker
1909 Lehrer Anthes
1882 Lehrer Kaiser
1919 Lehrer Weber
1886 Lehrer Klein
1943 Lehrerin Bachert
1890 Schulverweser Lehrer Orth
1950 Lehrer Jung
1893 Lehrer Schrödel
1951 Lehrer Kassner
1895 Lehrer Wemmert
1957 Lehrer Hick
1898 Lehrer Manweiler
1969 Auflösung der Obersimter Dorfschule
1899 Lehrer Lenz

Ab diesem Zeitpunkt gingen die Obersimter Kinder in die Mittelpunktschule in Vinningen. Nach diesem kurzen Abstecher ins Schulwesen kommen wir wieder zur Geschichte Obersimtens zurück. In der anschließenden Zeit, seit der Gründung im Jahre 1741, musste auch die Obersimter Bevölkerung die Vielzahl kriegerischer Handlungen über sich ergehen lassen. Zum ersten Aufbau bei der Ortsgründung kamen die Zerstörungen in den Kriegen bis zum Jahr 1945, was anschließend immer wieder den Wiederaufbau zur Folge hatte. Die größte Unterbrechung in der Entwicklung erfuhr der Ort Obersimten zu Beginn des 2. Weltkrieges, der Ort wurde vollständig evakuiert. Über Jahre war die Bevölkerung ins mainfränkische und thüringische Gebiet ausgesiedelt. Nach dem Krieg war es hier, ebenso wie in den anderen Besatzungszonen nicht einfach, mit dem Wiederaufbau zu beginnen, denn es fehlte an allem; der Gemeinschaftssinn half jedoch, viele schmerzliche Erfahrungen zu überwinden.
 
Als Zeichen des wiedererlangten Lebensmutes kann die Wiedergeburt des MGV "Frohsinn" Obersimten am 30. Dezember 1950 angesehen werden. Dankbar nahm die Bevölkerung das Angebot des MGV an; Liederabende, Konzerte, Masken- und Maibälle, Theaterabende, Mai-Singen und bunt-humoristische Angebote erfreuten sich spontan überschwänglicher Beliebtheit. Im weiteren Zeitablauf war im Vereinsleben die Gründung des SV Obersimten im Jahr 1968 ein richtungsweisender Entschluss. Das sportliche Angebot wurde nachdem schon früher einmal Fußball in Obersimten gespielt wurde, wieder gemacht, und die Entwicklung des Vereins nahm ihren Lauf. Als dritter Verein mit Sitz in Obersimten wurde der "Schäferstammtisch Hackmesserseite und Umgebung" im Jahr 1988 gegründet. Die artgerechte Tierhaltung im ökologischen Kreislauf der Natur steht bei diesem Verein im Vordergrund seiner Aktivitäten. Über die drei Vereine wird jedoch noch gesondert Bericht erstattet. Im kirchlichen Bereich war das Jahr 1938 von besonderer Wichtigkeit. In diesem Jahr wurde mit dem Bau der protestantischen Kirche begonnen, der Bauabschluss war im Jahr 1943. Mit der Glockenweihe, an der die gesamte Bevölkerung teilnahm, wurden die Glocken feierlich eingeweiht. Dies geschah im Jahr 1956. Die Kirchengemeinde Obersimten ist eine eigenständige Kirchengemeinde im Bereich des Dekanates Pirmasens, sie wird vom Pfarrer der Kirchengemeinde Luthersbrunn betreut, zur Zeit durch das Pfarrerehepaar Fahrner-Pippert. In der gemeinsamen Geschichte der beiden Ortsteile Nieder- und Obersimten gibt es sicherlich noch sehr viel zu erzählen. So war zum Beispiel die politische Entscheidungsmöglichkeit der Obersimter Bevölkerung niemals eigenständig vorhanden: die Mehrheitsverhältnisse waren bevölkerungszahlenbedingt immer zu Gunsten Niedersimtens.
 
In dieser gemeinsamen Zeit wurde mit dem Straßenbau, der Wasserversorgung, der Kanalisation sowie dem Bau der Leichenhalle begonnen. Die vom Land Rheinland-Pfalz durchgeführte Verwaltungsreform brachte jedoch, aufgrund einer Abstimmung der Obersimter Bevölkerung, die Loslösung von der Gemeinde Simten. Mit dem Datum B. Juni 1969 wurde Obersimten eine eigenständige Ortsgemeinde, der Wunsch unserer Vorfahren aus dem Jahr 1771I72 ging in Erfüllung. Am 10. Juni 1969 vergrößerte sich der Ort um einen männlichen Bürger: Dirk Hinkel wurde geboren. Auch in diesem Bereich ging es in Obersimten weiter aufwärts, es kamen immer mehr neue Erdenbürger an. Die Vielzahl der nun zu erledigenden kommunalen Aufgaben stand im Vordergrund der Tätigkeiten. Die erste eigenständige Gemeindevertretung der Ortsgemeinde Obersimten wurde gewählt. Die Bürgermeister der Gemeinde Obersimten:
 
1969 - 1974 August Schwab
1974 - 1974 Heinz Lehmann
1974 - 1979 August Schwab
1979 - 1987 Fritz Sprau
seit 1987 Bernd Sommer
 
Die stetige Entwicklung des Dorfes Obersimten wird am besten im Ort selbst sichtbar. Im 250. Jahr seit der Gründung kann sich der Ort Obersimten im Landkreis Pirmasens ais Kreissiegergemeinde im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" präsentieren. Im Bezirksentscheid Rheinhessen-Pfalz konnten wir einen beachtlichen 11. Platz in der Hauptklasse belegen. Die in den letzten Jahren gemachten Anstrengungen sind positiv bewertet worden, besonders herausgehoben wurden die Maßnahmen im Bereich Verkehrsberuhigung und Dorfdurchgrünung. Als weitere erwähnenswerte Punkte sind der fertiggestellte Straßenbau, die Entwässerung, die Wasserversorgung, die Friedhofseinrichtungen sowie die Erweiterung des Dorfplatzes im Rahmen des Dorferneuerungskonzeptes zu erwähnen.
Obersimten im Wandel der Zeit
 
MGV Frohsinn 1908 Obersimten e.V.
Ein kurzer Überblick über die Geschichte des Vereins
 
Die Gründung des Vereins
Noch zu Kaisers Zeiten trafen sich 28 Männer am 11. Oktober 1908, um das fröhliche Wirtshaussingen in geregelte Bahnen zu lenken und gründeten den MGV Frohsinn. Als 1. Vorsitzender wurde Christian Mayer gewählt und als Chorleiter Lehrer Schäfer gewonnen, der für 150 Reichsmark Jahreshonorar zweimal wöchentlich den Simter Berg erklomm, um die Singstunden abzuhalten. Da der Mitgliedsbeitrag pro Woche aber nur 20 Pfennig betrug, konnte ab 1911 nur noch eine Singstunde in der Woche bezahlt werden.
 
Die Wirren der Kriege
In der Zeit des 1. Weltkrieges konnte der geordnete Singbetrieb nicht aufrecht erhalten bleiben, dies war erst 1919 wieder möglich. Beachtenswert ist in jener Zeit auch die Entwicklung des Mitgliedsbeitrages: Konnten die Mitglieder 1914 nur noch 15 Pfennig in der Woche zahlen, so trieb die Inflation den Betrag im Januar 1923 auf 10 Mark, und im Juni des gleichen Jahres mussten die Sänger 1000 Mark in der Woche dem Kassierer löhnen. Am 20. August 1919 wagte der MGV Frohsinn seine erste Singstunde. Zwei Jahre später gab sich der Verein einen neuen Namen: "Arbeitergesangverein Frohsinn Obersimten". Ab 1922 sang der Chor im gemischten Chor, der dann 1933 gewaltsam aufgelöst wurde; das Liedgut wurde vernichtet; lediglich ein kleiner Stofffetzen konnte von Heinrich Hinkel II. gerettet werden, der später daraus eine Miniausgabe der ursprünglichen Fahne fertigte; diese ist uns bis heute erhalten.
 
Wiedergeburt
Seit dem 30. Dezember 1950 singt der Chor wieder. Mit 20 Sängern gelang der Anlauf unter der Chorleitung von Lehrer Jung, jetzt wieder als Männerchor. Nicht nur im Gesanglichen ging es schnell aufwärts, auch die geselligen Veranstaltungen des MGV wurden gern besucht, wobei sich bald die Faschingsveranstaltungen hervorhoben.
 
Närrischer Sprössling
Den größten Bekanntheitsgrad erreicht der Verein ohne Frage durch seine 1960 gegründete Karnevalsabteilung "Die Eselei", deren Prunksitzungen restlos ausverkauft sind und mancher keine Eintrittskarte mehr ergattern kann. Innerhalb dieser närrischen Abteilung kam es 1970 unter der Leitung unseres Chorleiters Theo Kuntz zur Bildung eines weiteren Aushängeschildes des MGV: "Die Felsalbfinken", deren Faschingslieder das Publikum ebenso begeistern wie die Tänze der "Garden" des MGV.
 
Das eigene Heim
Die geselligen Veranstaltungen des MGV, hauptsächlich im Freien, litten viel zu oft unter schlechter Witterung, und der Wunsch nach einem eigenen Heim wurde immer lauter und konnte 1979 mit der Einweihung der "MGV Sängerhalle", überwiegend in Eigenleistung erbaut, verwirklicht werden. Doch dem freudigen Stolz über das eigene Heim folgten am 28. Juni 1983 dicke Tränen, als ein Brand im vorderen Teil der Sängerhalle wütete und diese um ein Haar vollständig vernichtet hätte. Aber der Trauer folgten Taten, und bereits am Kerwefreitag des gleichen Jahres konnte dank des kräftigen Zupackens der Mitglieder die Wiedereinweihung der Halle zusammen mit der schon vorher geplanten Hallenerweiterung gefeiert werden.
 
Sportliches
Da Obersimten nun eine Halle hatte, der Ort aber für das weibliche Geschlecht kein sportliches Betätigungsfeld anbot, war es nur folgerichtig, dass die Halle hierfür genutzt werden sollte: 1981 wurde eine Gymnastikabteilung gegründet. Auch die verbesserten Trainingsmöglichkeiten der Funkengarde, die auch Schautänze einstudierte, ließen immer mehr Mädchen ins Training kommen, und bald entstand neben der Garde noch eine Juniorengarde und eine Schlumpfengarde und seit 1990 eine Mutter (Vater)-und-Kind-Gruppe.
 
Chorleiter
Seit der Gründung waren bisher 10 Chorleiter für das Gesangliche verantwortlich. Aber ohne die Leistungen der Vorgänger schmälern zu wollen, soll doch unser heutiger Chorleiter, Theo Kuntz, hervorgehoben werden, der dem Chor seit 1965 ununterbrochen vorsteht, eine wohl einmalige Leistung, auch Beweis für gute Zusammenarbeit.
 
Die Vorstandschaft
Dem Verein standen bis heute 22 Männer als 1. Vorsitzende vor. Sicherlich musste diese Tätigkeit in der Zeit von 1914 bis 1950 oftmals zwangsweise beendet werden. Aber es bleibt dennoch fraglich, ob einer der Vorgänger die fast 20 Jahre durchgestanden hätte, die Otto Hinkel, unser heutiger Ehrenpräsident, dem Verein vorstand. Heute wird der MGV Frohsinn geleitet von:
 
1. Vorsitzender - Albert Ansel
2. Vorsitzender - Bernd Sommer
Rechnungsführer - Karl Geyer
Schriftführer - Siegfried N. Hinkel
Beisitzer - Otto Hinkel, Ernst Hunsicker, Sonja Schmidts, Friedel Egberink
 
Der MGV Frohsinn hat heute rund 250 Mitglieder und bietet ein breit gefächertes Angebot und freut sich über jeden, der es nutzt. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen!
 
SV 1968 Obersimten e.V.
 
Eine Vereinschronik anlässlich der 250-Jahr-Feier Obersimtens
Fußball wurde in Obersimten schon von 1930 - 33 im "Freien Arbeiter-Sportverein" gespielt. Dieser Verein wurde in der NS-Zeit verboten und danach gab es im Dorf weder einen Verein, noch eine Fußballmannschaft. Samstags, oder im Sommer auch abends, trafen sich die Jugendlichen auf einer frisch gemähten Wiese, oder, bei dem heutigen Verkehrsaufkommen kaum denkbar, auf der Straße zum Fußballspielen. Auf dem Gelände des heutigen Dorfplatzes gab es dann später einen kleinen Bolzplatz, auf dem sogar ein Tor auf Holzstangen errichtet war. "Am Willerwald", wo heute schmucke Wohnhäuser stehen, kam es ab und zu zum großen Spiel: "Vorderdorf" gegen "Hinterdorf". Viele Obersimter Fußballtalente schlossen sich Vereinen in der näheren Umgebung an. Sie spielten in Niedersimten, auf dem Hochstellerhof oder in Kröppen. Im Jahre 1966 wurde dann unter den fußballbegeisterten jungen Männern eine Gesellschaftsmannschaft gegründet. Die Mannschaft war aus versicherungstechnischen Gründen dem SV Hochstellerhof angeschlossen. Durch die Spiele dieser Mannschaft wuchs die Begeisterung für einen eigenen Verein immer mehr. Am 15. Juni 1968 trafen sich 44 Fußballanhänger in der ehemaligen Gaststätte Legleitner um den neuen Verein SV Obersimten zu gründen.
 
Die Trikotfarben der Gesellschaftsmannschaft Rot-Weiß wurden als Vereinsfarben übernommen. Die sportlichen Erfolge in der C-Klasse Ost waren anfangs bescheiden. Die Umstellung von Freundschaftsspielen zu Punktspielen dauerte einige Zeit. Bis 1973 musste die Mannschaft auch immer "auswärts" auf dem Hochstellerhof oder in Kröppen ihre Heimspiele austragen. Einen eigenen Sportplatz hatte der Verein bis dahin noch nicht. Mit der Unterstützung der Ortsgemeinde, der Kreisverwaltung und dem Südwestdeutschen Fußballverband wurde dieses Ziel nach zweijähriger Bauzeit verwirklicht. Mit einer Sportwerbewoche konnte der Obersimter Rasenplatz vom 19. bis 27. Mai 1973 eingeweiht werden. Um einen geregelten Trainings- und Spielbetrieb zu gewährleisten errichtete man neben dem Spielfeld ein festes, zweckmäßiges Häuschen (welches inzwischen abgerissen wurde) mit Umkleide- und Duschbereich sowie einen Verkaufskiosk aus Holz. Eine bis heute einwandfrei funktionierende Flutlichtanlage wurde 1976 mit großem finanziellen Aufwand installiert. Ohne diese Anlage wäre ein einigermaßen gesicherter Trainingsablauf während der Wintermonate undenkbar gewesen. Der große Wunsch aller Vereinsmitglieder, ein eigenes Vereinsheim, ging erst 1981 in Erfüllung. Dieses Projekt konnte erst nach Sicherstellung eines Zuschusses aus dem "Goldenen Plan" in Angriff genommen werden. Mit einer stabilen Holzbaracke wurde eine gelungene Übergangslösung geschaffen. Eine kleine Küche, ein Schank- und Aufenthaltsbereich garantierten einen gemütlichen Aufenthalt beim Sportverein. Mit dieser Baracke, von einem Vereinsmitglied zur Verfügung gestellt, wurde der finanzielle Grundstock zum Bau des heutigen Sportheimes gelegt. Der "Anstoß" zum Bau des Sportheimes erfolgte am 20. August 1978, mit dem ersten Spatenstich. Etwas über ein Jahr später, am 6. Oktober 1979 konnte Richtfest gefeiert werden. Zahlreiche freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Vereinsmitgliedern geleistet, bis das schmucke Heim vom 28. bis 30. August 1981 eingeweiht werden konnte. Fast auf den Tag genau nach dreijähriger Bauzeit.
 
Seit seinem Bestehen hat sich der Verein immer kontinuierlich weiterentwickelt. Ein Verdienst seiner Mitglieder und seiner ehrenamtlichen Vereinsfunktionäre, die sich verantwortungsbewusst in den Dienst ihres Vereins stellten. In den vergangenen Jahren konnte sich die 1. Mannschaft immer im vorderen Tabellendrittel behaupten. Der bisher größte sportliche Erfolg war die "Vizemeisterschaft" in der C-Klasse Ost im Jahre 1987. Sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich war man beim SV Obersimten immer recht aktiv. Doch während die "Alten Herren" seit 1970 regelmäßig 25 bis 30 Freundschaftsspiele im Jahr absolvieren, ist die Entwicklung im Jugendbereich rückläufig. Kaum ein Verein kann mehr auf eine eigene Jugendmannschaft zurückgreifen. Auf der Hackmesserseite ist man deshalb einen neuen Weg gegangen und hat alle Jugendspieler aus den hier ansässigen Vereinen in der SG Grenzland zusammengefasst. Im vergangenen Jahr konnte der Verein mit der Gründung einer Damen-Gymnastikabteilung sein sportliches Angebot erweitern. Mit dem Bau von Tennisplätzen soll im kommenden Jahr eine weitere Abteilung dazu kommen. Zur Entlastung des Rasenplatzes ist ein Trainingsplatz in der Planung und soll realisiert werden. Mit diesen beiden Maßnahmen will der zur Zeit 243 Mitglieder zählende Verein die Weichen für die Zukunft stellen. Bei immer kürzeren Arbeitszeiten kommt insbesondere den Sportvereinen im Freizeitbereich eine gesellschaftspolitische Aufgabe zu. Besonders für die Jugend sollten vielfältige Möglichkeiten geschaffen werden um einer gesunden und sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Der SV Obersimten hofft dieser Aufgabe in den kommenden Jahren gerecht zu werden.
 
"Schäferstammtisch Hackmesserseite und Umgebung"
Schafhalter und Freunde der Schafzucht gründeten am 8. April 1988 in Obersimten den jüngsten Verein innerhalb der Obersimter Vereinsfamilie. Vereinsziele sind die Problemkreise der Schafzucht und der Haltung sowie die Geselligkeit. Auf einen Nenner gebracht bedeutet dies die Verbesserung auf allen Ebenen für die Tiere, ihre Halter und ihre Freunde. Mittlerweile sind die Feste ein fester Bestandteil im Vereins- und Ortsleben geworden, welche sich großer Beliebtheit erfreuen. Als überregionale Veranstaltung wurde in dem kurzen Vereinsleben das Landesleistungshüten Rheinland-Pfalz als bundesweit durchgeführte Veranstaltung des Landesverbandes der Schafhalter Rheinland-Pfalz organisiert. Für Gäste und Teilnehmer ein unvergessenes Ereignis. Der Verein ist seit dem 12. Dezember 1990 amtlich eingetragen. Die Vorstandschaft setzt sich wie folgt zusammen:
 
1. Vorsitzender - Heinrich Weis
2. Vorsitzender - Hans Schröck
Kassierer - Robert König
Schriftführer - Horst Dauenhauer
 
Mit unseren praktischen Vorführungen "Rund ums Schaf" während der 250-Jahr- Feier, möchten wir allen Interessenten einen Einblick in das tägliche Schäferleben vermitteln.